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Die Vergangenheit schläft nur!

Leseprobe 2: „Die Vergangenheit schläft nur!“

(noch nicht lektorierter Text)

 

 

 

Akt 5 - „Eskalation“

„Hüte dich, in Händel zu geraten!

Bist du drin, führ‘ sie,

dass sich dein Feind vor dir mag hüten!“

 William Shakespeare

 

(Auszug)

 

Als Max verschwunden ist, räumen Choi und Connor auf, überprüfen danach den Plan für die Öffnung der Bar für Freitag nächste Woche. Sie setzt sich an den großen Tisch, um noch das Plakat anzufertigen. Anschließend will sie ein neues Cocktail-Rezept ausprobieren. Ihr Liebster macht die Bierbestellung fertig. Plötzlich öffnet sich die Eingangstür. Choi schaut hoch und sieht vier Männer hereinkommen. Connor dreht sich an der Theke herum und ruft: „Es ist geschlossen!“

„Das ist aber schade!“, meint Ali Al-Fulan mit gespielt enttäuschter Miene, der von drei Vasallen begleitet wird. Sie blieben in der Mitte der Bar stehen. Darunter ist der grobschlächtige Typ, der sofort hämisch grinsend Front gegen Choi machte. „So müssen wir halt ohne Zuschauer euch zeigen, warum es nicht klug war, unseren Schutz abzulehnen.“

Connor ist sofort klar, dass Ali Al-Fulan gewartet hat, bis Max weg war; und dass es jetzt um alles geht. Er sieht kurz zu Choi hin, die aufgestanden ist und seine Lippen formen lautlos: „Ich liebe dich!“ Dann greift er über die Theke, schnappt sich den Baseballschläger und stürzt sich auf Alis Neben­mann, der ihm am nächsten steht. Beide haben nicht mit den plötzlichen und aggressiven Angriff gerechnet. Während Ali einen Schritt zur Seite springt, erwischt Connor den anderen Typen mit dem Schläger und zerschmettert dessen Schulter. Aufschreiend fällt der Mobster über einen Stuhl und kracht mit dem dahinterstehenden Tisch auf den Boden.

Als er zu Ali herumwirbelt, ist dieser heran­gekommen und verpasst ihm mit dem Messer einen Stich in den Oberarm. Er lässt den Schläger fallen, presst mit schmerzverzerrtem Gesicht die Lippen zusammen. Connor tritt einen Schritt zurück, um aus der Reichweite von Alis Klinge zu gelangen. Mit der linken Hand zieht er seinen ‚Sgian dubh‘ aus der Scheide und sagt provozierend, dabei lächelnd, zu ihm: „Du feige Schwuchtel kannst nur Leute von hinten angreifen, oder wehrlose Frauen schlagen! Nun komm und zeig, was du drauf hast!“

Unterdessen stellt Choi sich dem Grobschlächtigen in den Weg, der auf sie zutritt. Höhnisch sagt er lachend: „Ich werde dein hübsches Gesicht wie bei einem Hühnchen nach hinten drehen!“, und legt ihr die dicken Wurstfinger um den Hals und drückt langsam zu. Reaktionsschnell reißt sie ihre Arme hoch, dreht ihren Körper leicht nach rechts und schlägt mit aller Kraft mit dem Ellbogen seine linke Hand herunter. Perplex beugt er sich nach vorn, so das Choi in ihrer Körperdrehung mit ihrem linken Ellenbogen gegen seine Schläfe donnert. Der bullige Mann taumelt nach hinten. Blitzschnell beendet Choi ihre Drehung und tritt ihm heftig in die Weichteile. Grunzend geht er zu Boden. Ein Kick von ihr seitlich an den Kopf gibt dem Mobster den Rest, von dem er nicht mehr aufwacht.

Sie wirbelt herum. Der zweite Typ versucht ihr, eine Messerklinge in den Bauch zu stossen, trifft sie in die Leiste, da Choi in der letzten Sekunde wegdreht. Mit zusammengepressten Lippen ignoriert sie die Schmerzen, die durch ihren Körper schießen. Mit zwei Schritten zur Seite bringt sie sich aus dem Bereich der Klinge. Nachfolgend tänzelt der pickelgesichtige Drecksack hämisch grinsend mit dem Messer vor ihr herum.

In diesem Augenblick fällt ein Schuss. Beide sehen zu den anderen Kämpfern hin. Entsetzt sieht Choi, wie ihr Geliebter taumelt und an der Theke zusammenbricht. Für einen Moment krampft sich ihr Herz zusammen. Dann steigt in ihr eine heftige Wut empor, die zu rasenden Zorn erwächst, der weder Rückzug noch Kompromiss zulässt. Wie eine Furie springt sie mit den Füßen voran kreischend ihren Gegner an. Der reagiert mit aufgerissenen Augen zu langsam, Choi trifft seine Brust, sodass er gegen die Eingangstür geschleudert wird. Gewandt wie eine Katze schnellt sie hoch und springt mit angewinkelten Knien auf seinen Brustkorb. Ein lautes Uff quillt aus dem Mund, begleitet von hellrotem Blut, dann bleibt er bewegungslos am Boden liegen. Choi springt auf und als sie sieht, wie Ali die Pistole auf dem am Fußboden liegenden schwer verletzten Connor richtet, schreit sie „NEIN!“ und sprintet auf den Anführer der Verbrecher zu.

Bevor sie ihn erreichen kann, dreht Ali sich zu ihr herum und schießt auf sie. Ein brutaler Schlag trifft ihre Brust und schmeißt sie auf den Rücken. Schmerzen toben in Wellen durch ihren Körper. Wie in Trance will sie aufstehen, schafft es nicht. Tränen laufen über ihre Wangen. Wie in weiter Ferne hört sie, wie jemand sagt, dass die zwei tot sind. Ein Gedanke kriecht wie Nebel durch ihren Kopf: „Ich habe zwei erledig.“ Ein heftiger Tritt trifft sie in die Seite. Vor Schmerzen wird sie einen Moment ohnmächtig. Sie hört nicht, wie Ali sagt: „Dieses verrückte Weib! Leer den Kanister, ich gehe schnell in den Keller, um die Sprinkleranlage auszuschalten. Dann hauen wir ab!“

Sein Kumpel leert mühevoll mit einem Arm den Benzinkanister am Podium und zündet das Benzin an. Stöhnend, die zerschmetterte Schulter haltend, hinkt er zum Ausgang. Dort zieht er den Toten Mobster vom Eingang weg. Als Ali zurückkommt, entfernt der seine Fingerabdrücke mit einem Lappen von der Pistole und legt sie dem Toten in die Hand. Anschließend schauen sie kurz nach draußen, dann verschwinden sie und schließen die Tür.

Choi wacht auf. Sekundenlang versucht sie, sich zurechtzufinden. „Connor!“, murmelt sie. Qualvoll dreht sie sich auf den Bauch. In ihrem eigenen Blut kriecht sie unter wahnsinnigen Schmerzen mit letzter Kraft zu ihrem Liebsten, der bewusstlos vor dem Schanktisch in einer großen Blutlache liegt. „Connor! Connor!“, brabbelt sie und rüttelt an seiner Schulter. Hinter ihnen breitet sich das Feuer aus und Qualm kriecht zu ihnen heran. Ihr Kopf fällt auf seine Brust und kurz, bevor sie ohnmächtig wird, hört sie zwei undeutliche Stimmen, dann wird alles schwarz.

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