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Die Vergangenheit schläft nur!

Leseprobe: „Die Vergangenheit schläft nur!“

(noch nicht lektorierter Text)

 

(Neuer Text)

Seit langer Zeit hat er wieder einen Albtraum. 

Es war eines der einschneidendsten Erlebnisse bei der Armee. Der CIA forderte wieder einmal ein Troop an. Vom Operations Command in Fort Bragg, Major Kerr, erhielt Max, sein Freund Jo und drei Delta Force Soldaten den Auftrag, die CIA-Aktion zu begleiten. Er sollte sich Mittwoch um acht Uhr beim Vorgesetzten Major Kerr melden. Sein letzter Einsatz war schon etwas länger her und da nur ein paar Übungen in den vergangenen zwei Wochen angestanden hatten, hoffte er auf einen Kampfeinsatz. Er stiefelt von seinem Zimmer zum Büro des Majors. Er klopft an und nach dem „Herrein!“ tritt er ein. Zackig macht er sein ‚Männchen‘.
Kerr erwiderte salopp die Begrüßung und schnarrt: „So Jungchen, hast genug auf der faulen Haut gelegen. Du hast einen Auftrag in Afghanistan!“ Wenn wir unter uns waren, duzten wir uns. Der 57-jährige, drahtige Mann, kannte meine Eltern und war als First Sergeant mein Ausbilder zum Scharfschützen; als Major mein Mentor bei der Ernennung zum Troopführer. 
„Der scheiß CIA hat von uns ein Troop angefordert. Es dreht sich um eine Geiselbefreiung. Der Agenten Morris Dalton hat dich persönlich verlangt. Ich traue dem Typen und seinem Verein nicht über den Weg. Also pass auf, dass die keinen Mist bauen und bring unsere Jungs unversehrt nach Hause!“ 
Anschließend wählt Max die Männer aus, die sich bereithalten sollen. Der Troop bestand aus Cash, der schon bei der letzten CIA-Aktion dabei war, dann Carl, Austin und mein Freund Jo. 
Eigentlich überrascht es Max, dass er persönlich von Dalton angefordert wurde. Beim Einsatz in Bolivien war er und sein Troop mit dem CIA aneinandergeraten. Sie vermasselten unbewusst dem CIA einen fetten Rauschgiftdeal im Werte von mehreren Millionen Dollar. Der leitende CIA-Agent kam bei dem Schusswechsel ‚leider‘ ums Leben. Die Identität des Drahtziehers dieser Aktion wurde nicht publik.
Mit Jo traf er in Fort Bragg den CIA-Mann Dalton im Aufklärungsraum. Der Agent war zuständig für die Operation ‚hostage rescue‘. Max sollte mit dem Troop den Einsatz begleiten. Bei der Besprechung des Unternehmens war ihm der korpulente, einmetervierundachtzig große CIA-Kerl und ständig rauchende Zigarrenfreak, schon nach den ersten Minuten an unsympathisch. Was aber nach ein paar Fragen und Änderungswünsche von Max auf Gegenseitigkeit beruhte. Jo konnte die CIA-Typen zwar ebenso nicht ausstehen, aber er meinte, dass sie nach dem Kommando diese Männer nie wieder sehen würden.
Fakt für den neuen Einsatz war: Bei einer Sicherheitskonferenz in der Hauptstadt Taloqan, der Provinz Takhar, überfielen Stammes-Milizen die Konferenz. Sie entführten den Polizeichef und drei hohe Beamte. Dabei gab es fünfzehn Tote und viele Verwundete. Der leichtverletzte Gouverneur konnte aber von seinen Bodyguards in Sicherheit gebracht werden.
Per Satellitenaufnahmen lokalisierte der CIA präzise den Aufenthaltsort der Geiselnehmer. Er lag nahe der Grenze zu Tadschikistan, etwa 50 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Das Versteck lag in einem Tal, umgeben von den in dieser Gegend charakteristischen Hügeln. Nach Info eines CIA-Informanten hielten sich zur Zeit der Aufnahmen etwa 15 Milizen im Camp auf. Es gab zwei größere Zelte. In welchem die Entführten steckten, wird dann vor Ort erkundet. 
Nach ausführlicher Erörterung der Lage und unter Zuhilfenahme der Satelliten-Bilder des Camps, entschied Max: „Ich werde mit Jo auf dem Hügel rechterhand als Scharfschütze die Aktion überwachen, dabei die Geiseln schützen. Wir suchen von der Anhöhe aus den Aufenthalt der Entführten und leiten es an euch weiter. Meine Männer stürmen daraufhin mit euch das Lager und befreien die Gefangenen.“ Dalton schaute ihn an, paffte an der Zigarre und gab dann grinsend sein ok dazu.
Eine Lockheed C 130 bringt sie am nächsten Morgen mit ihrem gesamten Equipment nach Afghanistan. Im Bauch der Transportmaschine bleiben sie während des Fluges unter sich, getrennt von den CIA-Leuten. Nur ab und zu versucht Dalton ein Gespräch mit Max Troop zu führen, was ziemlich wortkarg blieb. Nur Cash scheint einige bei denen zu kennen. Er unterhielt sich längere Zeit mit ihnen. Auf Max Frage antwortete er, er sei mit zwei der Männer mehrmals ‚um die Häuser gezogen‘.
Sie landen auf dem Flughafen in Taloqan, der auf 816 Meter liegt und mit dem Geld der Deutschen neu gebaut worden war. Er steht in der Nähe des ehemaligen Hauptquartiers der Bundeswehr Feisabad. Der Flughafen wird bewacht vom Afghanischen Militär (ANFS) und der ISAF, der Internationalen Sicherheitstruppe. Sie werden erwartet von einem Offizier des afghanischen Geheimdienstes NDS. Er stellt sich als Deniz Yenisidiz vor, der sie freundlich begrüßt, auch im Namen vom Gouverneur Abdul Jabar Toqwa, der ihnen viel Glück bei der Geiselbefreiung wünscht. 
Drei Marder Schützenpanzer aus den Beständen der Bundeswehr, die von den Afghanen übernommen wurden, bringen sie anschließend nach Feisabad, dass jetzt vom Afghanischen Militär benutzt wird. Den Rest des Tages verbringen sie dort. Max kommt mit seinem Troop sich wie ein ungeliebter Helfer vor. Die Gespräche mit Dalton und Deniz Yenisidiz sind kurz angebunden. Er hat das Gefühl einer konspirativen Geheimniskrämerei unter den beiden, wenn sie beieinanderstehen. Jo zuckt mit den Schultern, als Max ihn darauf anspricht. „Lass sie doch! Wir ziehen das Ding durch und verschwinden im Anschluss daran nach Hause!“ 
Frisch verpflegt steigen sie frühmorgens vollausgerüstet in Tarn-Kampfanzügen in die zwei Hubschrauber. Die russischen Mi-17 des afghanischen Militärs setzt sie in der Nähe des Camps der Geiselnehmer ab. Die restlichen zwölf Kilometer marschieren sie über dünnbewachsene Grasflächen und steinigen Pfaden. Den Weg, den sie nehmen, sieht aus wie ein ausgedörrtes Flussbett. Eine flache Mulde, flankiert von Steinen, ein karger Boden, in dem Büsche und Vegetation sich klammern. Zum Glück ist es nicht zu heiß, das Thermometer zeigt 27 Grad an. Gegen Mittag erreichen sie verstaubt und schwitzend die Weggabelung, die zum Camp führt. Hier trennt sich Max mit Jo sich von der Truppe. 
Max nimmt die drei seines Troops auf die Seite. „Passt auf euch auf. Ich habe Major Kerr versprochen, euch alle in einem Stück nach Hause zu bringen!“ Sie stoßen die Fäuste zusammen und rufen: „Sterben wir an einem anderen Tag! Hurra!“ Max und Jo warten, bis die Truppe um die Kehre verschwand, um zum Lager der Milizen zu schleichen. Anschließend beginnen sie mit dem Aufstieg. Im Zickzack klettern sie den steinigen Hügel hinauf. Mehrmals nehmen sie zwischen Felsbrocken Deckung, um die Umgebung mit den Feldstechern zu überprüfen. Auf etwa der Hälfte der Anhöhe bleibt Jo während der Kletterei schnaufend stehen. Als Max ebenfalls stehen bleibt und sich zu ihm umdreht, meint Jo, er habe die Geräusche eines Hubschrauber gehört. Geduckt hinter einem Steinhaufen lauschen sie angestrengt. Aber das Brummen wiederholt sich nicht. Max klopft seinem Freund auf die Schulter und marschieren dann weiter. Nach einer Stunde erreichen sie die Kuppe und suchen die beste Stelle für die Operation aus. Verdeckt von einigen Dattelpalmen und Dornengestrüpp legen sie sich auf den steinigen Boden.
Von ihrer Position sehen sie den Panj River zwischen Erhebungen verschwinden, der die Grenze zu Tadschikistan bildet. Die Entfernung zu dem Camp der Geiselnehmer betrug 1050 Meter, nach der Entfernungsangabe von Jo. Mit den Ferngläsern durchsuchen sie das Lager. Kurz darauf erspähen sie die Geiseln im linken Zelt. Zwei Männer bewachen die Gefangenen, drei andere patrouillieren vor dem Biwak. Die restlichen Krieger vermuten sie im zweiten Zelt, da sie draußen nicht zu sehen sind. 
Max richtete das Scharfschützengewehr M40A5 aus, dabei überprüfte Jo ständig die Windverhältnisse. Nach fünfundzwanzig Minuten kommt das Signal von Dalton im Walkie Talkie, dass der Trupp die Angriffsposition erreicht haben. Daraufhin gab er über Funk die Position der Geiseln an, um dann ihre Bereitschaft an den CIA-Mann weiterzugeben. Kurz darauf hören sie im Sprechfunk den Angriffsbefehl. Konzentriert schaut Max durchs Zielfernrohr Police Marksman II LP und nimmt den Bewacher ins Visier. „Was ist da los?“, murmelt Jo plötzlich und richtete das Fernglas auf das Zelt der Milizen. Max sah, wie der Wächter abrupt mit angeschlagener Maschinenpistole sich zu den Geiseln umwendet. Max handelt instinktiv und drückt ab. Das 165-Grain-Geschoss mit ballistischer Spitze verläßt mit einer Mündungsgeschwindigkeit von rund 800 m/s und einer Mündungsenergie von ca. 3.500 Joule den Lauf. Der Geiselnehmer erhält keine Chance zu schießen, die Kugel schleudert ihn zu Boden. 
Gleichzeitig beginnt im Camp eine heftige Schießerei. Der zweite Wachposten taumelt und fällt schießend um. Jetzt tauchen drei Vermummte auf, die sofort auf die restlichen Wächter feuern und diese außer Gefecht setzen. Max erkennt an den Kampf-Anzügen seine Leute, sieht dann entsetzt zwei bei dem Feuergefecht getroffen zu Boden fallen. Im gleichen Moment explodieren zwei Stinger-Raketen im zweiten Zelt, es wird buchstäblich zerfetzt. Das können die Zeltbewohner nicht überleben. Der letzte vermummte Angreifer erschießt anschließend die gefesselten Geiseln.
Fassungslos starrt Jo mit Max auf die Szene im Camp. Max besaß keine Möglichkeit, rechtzeitig zu reagieren. Mit zusammengekniffenen Lippen stiert er durchs Zielfernrohr, um den Mörder zu erledigen. Er will just in diesen Moment abdrücken, als der Geiselmörder sich umdreht und in ihre Richtung schaut. „Das ist Cash!“, schreit Max irritiert. Daraufhin brüllt Jo wütend in das Funkgerät: „Was zum Teufel macht ihr da unten?“ Unvermittelt tauchen in ihrem Rücken mehrere getarnte Soldaten auf, die sofort das Feuer auf sie eröffnen. Max wirbelt herum, hört das Rattern der Maschinenpistolen und spürt die heftigen Schläge in der Brust. Es breitet sich ein taubes Gefühl im Körper aus. Sekundenbruchteile hierauf durchzuckt Max ein wahnsinniger Schmerz. Als er zusammensackt, sieht er, wie sein Freund Blutüberströmt auf dem Boden legt. Bevor er ohnmächtig wird, hört er einen Hubschrauber. Verschwommenen blickt er auf die Umrisse der Rotoren über sich, ehe alles schwarz wird. 

Max reist die Augen auf und kämpft mit der Orientierung. Er liegt schweißgebadet im Bett, ein Phantomschmerz durchfährt den Körper, als die Narben auf der Brust zwickten. Seufzend setzt er sich auf und trinkt das Glas Wasser, was auf der Kommode neben dem Bett steht, mit einem Schluck aus. 
Lange nach dem Desaster verfolgten ihn diese Albträume der Tragödie; der Anblick der brechenden Augen von Jo, als der blutüberströmt vor ihm auf dem Boden lag. Es dauerte einige Zeit, bis er alles im Gedächtnis tief versteckte und nach vorne schauen konnte. 
Er wünscht Dalton, dem Bastard, erneut die Pest an den Hals. „Warum hat niemand dem Dreckskerl in der Zwischenzeit eine Kugel verpasst!“, murmelt er wütend. Er richtet sich im Bett auf und schloss die Augen. 
Im Army-Krankenhaus wachte er damals auf, er hatte dem Tod ein weiteres Mal ein Schnippchen geschlagen. Die Ärzte teilten ihm mit, dass zwei Wochen vergangen waren, dass er auf dem Weg der Besserung ist und er unter Bewachung steht. Vom Rechtsanwalt seiner Eltern wurde er informiert, dass ihm Versagen sowie der Tod der Kameraden vorgeworfen wird. Tagelang grübelte Max über das Geschehen nach, ehe ihm klar wurde, was passiert war. Der CIA, folglich Dalton, hatte sie verarscht. 
Pa und Mom saßen Stunden um Stunden am Krankenbett und versuchten ihn aufzurichten. Ungeachtet seines kompetenten Anwalts besaß er in der Verhandlung vor dem Militärgericht keine Chance. Sein Wort stand gegen das von Morris Dalton und dessen Leute. Trotz Daltons Bestreben nach einer Haft, wurde Max nur unehrenhaft aus dem Dienst entlassen. Seine bisherige Tätigkeit bei der Delta Force war ohne Vorkommnisse abgelaufen. Sein ehemaliger Ausbilder und Mentor Major Kerr legte ein positives Wort für ihn ein. 
Im Nachhinein war Max überzeugt, dass der CIA diese Aktion in Afghanistan inszeniert hatte, um ihre Rauschgiftgeschäfte dort abzusichern. Es wurde gemunkelt, dass der Polizeichef der Provinz Takhar angeblich dagegen vorgehen wollte, um selber mehr Geld aus den Geschäften zu kassieren. Max konnte nichts beweisen. Cash, der Geiselmörder, war fünf Wochen nach dem Überfall bei einem Einsatz umgekommen. Unter der Hand wurde erzählt, dass es ein abgekartetes CIA-Spiel war. Der Gouverneur sollte durch das Attentat gezwungen werden, seine Haltung über den Anbaustopp von Opium, der Hasisch-Herstellung revidieren. Was im Nachhinein tatsächlich passierte.
Nach der unehrenhaften Entlassung hielten außer Pa und Mom nur Wenige zu ihm. Das Schwierigste war der Gang zu den Eltern und der Ehefrau von Jo. Die Fishers sind Freunde aus Seattle, die er oft als Kind besucht hatte. Dort lernte er Jo und seine spätere Frau kennen. Max versuchte, Clarissa das ganze Drama zu erklären. Mit ausgesprochener Erleichterung nahm er ihre Umarmung und die Aussage „ich glaube dir“ entgegen. Die Angehörigen der zwei ebenfalls getöteten Kameraden Carl und Austin wollten ihn nicht empfangen. 
Natürlich versuchte Max sich nicht von seiner Wut beherrschen zu lassen, als er einen Versuch startete, an Cash heranzukommen. Aber er erhielt keine Hilfe, denn bei den ehemaligen Kameraden war er ein gebranntes Kind. Sein Mentor Major Kerr riet ihm ab, den Rachegelüsten nachzukommen. Nach Monaten des Trübsinns bekam er einen Anruf vom Industrieellen Holdt, der ihm den Job als Bodyguard für die Tochter anbot. Robert gab ihm nie preis, wer ihn für den Job vorgeschlagen hatte. Max vermutete, dass es Kerr war.
Er rollte sich aus dem Bett, watschelte wie betrunken zum Badezimmer und stand eine Stunde unter der Dusche, um zu versuchen, den Traum aus den Gedanken zu bekommen. 

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