Träume 

und 

Fantasien

sind

Inspirationen

der 

Seele.

 
 
 
 
 
 
 
 
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Leseprobe: Kaliber 7,62 × 51 mm

(noch nicht lektorierter Text)

 

(Neuer Text)

Seit langer Zeit träumte Max wieder von dieser albtraumhaften Geschichte.  

Max kam nach dem harten Zirkeltraining mit Jo aus dem Duschraum. Der Adjutant von Major Kerr, dem Operations Command in Fort Bragg, passte ihn ab. Er überbrachte ihm den Befehl, er sollte am Mittwoch um acht Uhr sich bei dem Vorgesetzten melden. Max dankte vorschriftsmäßig. „Was meinst du?“, fragte Jo. „Ich hoffe, dass wir endlich nach den paar Übungen in den vergangenen Wochen einen neuen Kampfeinsatz erhalten!“ In der Kantine saßen sie anschließend noch eine Weile herum und versuchten, Gerüchte über Einsätze aufzuschnappen.

Pünktlich um 08:00 Uhr am Tag darauf, stiefelte Max frisch ‚gestriegelt‘ von seinem Zimmer zum Büro des Majors. Er klopfte an und nach dem „Herein!“ trat Max ein, zog die Tür hinter sich zu und fabrizierte zackig ein ‚Männchen‘. Kerr erwiderte am Schreibtisch sitzend salopp die Begrüßung. Er stand dann auf, trat zu Max, gab ihm die Hand und schnarrte: „So Jungchen, hast genug auf der faulen Haut gelegen. Du sollst einen Einsatz in Afghanistan begleiten!“

Wenn sie unter sich waren, duzte er ihn. Der 61-jährige drahtige Mann, ein Freund seiner Eltern, war als First Sergeant Max Ausbilder zum Scharfschützen; als Major der Mentor bei der Ernennung zum Troopführer.

Kerr fügte hinzu: „Der scheiß CIA hat von uns ein Troop angefordert. Es dreht sich um eine Geiselbefreiung. Der Agenten Morris Dalton hat dich persönlich verlangt. Ich traue dem Typen und seinem Verein nicht über den Weg. Also pass auf, dass die keinen Mist bauen und bring unsere Jungs unversehrt nach Hause!“ Der Major schlug ihm auf die Schulter, sagte trocken: „Dann hau schon ab, es geht in zwei Tagen los!“

Erfreut, dass endlich etwas ‚Äktschn‘, wie Arnie sagen würde, Max aus der Langeweile holte, traf er Jo, der vorm Zimmer ungeduldig auf ihn wartete. Max grinste und meinte nur: „Geiselbefreiung in Afghanistan.“ Jo feixte zurück, um anschließend mit ihm den Troop auszusuchen. Mit Jo bestand er aus Cash, der schon bei der letzten CIA-Aktion mitmischte, dann Carl und Austin.

Eigentlich überraschte es Max, dass er persönlich von Dalton angefordert wurde. Er sinnierte über den Einsatz in Bolivien vor anderthalb Jahren nach. Dort war er mit dem Troop dem CIA über die Füße ‚gestolpert‘. Sie vermasselten unbewusst dem leitenden CIA-Agenten einen fetten Rauschgiftdeal im Werte von mehreren Millionen Dollar, wie sich später herausstellte. Der Agent kam bei einem Schusswechsel ‚leider‘ ums Leben. Die Identität des wirklichen Drahtziehers der Aktion konnte man angeblich nicht ermitteln. Man schob es dem Toten in die Schuhe. Von den ‚offiziellen‘ Stellen seitens der CIA und der Armee kehrte man den Vorfall unter den Tisch, obwohl Major Kerr versuchte, dem CIA nachträglich einen auszuwischen.

Mit Jo traf Max am nächsten Tag in Fort Bragg den CIA-Mann Dalton im Aufklärungsraum des Stützpunktes. Der Agent leitete die Operation ‚hostage rescue‘, er sollte mit dem Troop den Einsatz schützend begleiten, den Aufpasser spielen. Bei der Besprechung wurde Max der korpulente, einmetervierundachtzig große CIA-Kerl und ständig rauchende Zigarrenfreak, schon nach den ersten Minuten an unsympathisch. Was aber nach ein paar Fragen und Änderungswünsche von ihm wohl auf Gegenseitigkeit beruhte. Jo konnte die CIA-Typen zwar ebenso nicht ausstehen, aber er meinte nach dem Meeting, dass sie nach dem Kommando diesen Unsympathen mit seinen Männern nie wieder sehen würden.

Fakt für den neuen Einsatz war, wie Dalton erklärte: „Bei einer Sicherheitskonferenz in der Hauptstadt Taloqan, der Provinz Takhar, haben Stammes-Milizen die Konferenz überfallen. Sie entführten den Polizeichef und drei hohe Beamte. Dabei gab es fünfzehn Tote und viele Verwundete. Der leichtverletzte Gouverneur konnte aber von seinen Bodyguards in Sicherheit gebracht werden.“

Paffend meinte Dalton anschließend großspurig: „Per Satellitenaufnahmen haben wir, der CIA, präzise den Aufenthaltsort der Geiselnehmer herausbekommen!“ Als von Max kein Beifall kam, erzählte er leicht verstimmt: „Wir haben sie nahe der Grenze zu Tadschikistan, etwa 50 Kilometer von der Hauptstadt entfernt entdeckt. Das Versteck liegt in einem Tal, umgeben von den in dieser Gegend charakteristischen Hügeln. Nach der Info eines ihrer Informanten halten sich zur Zeit der Aufnahmen etwa 15 Milizen im Camp auf. Es gibt zwei größere Zelte. In welchem die Entführten stecken, muss dann vor Ort erkundet werden.“ Dabei schaute er Max herausfordernd an.

Nach ausführlicher Erörterung der Lage und unter Zuhilfenahme der Satelliten-Bilder des Camps, deutete Max auf die Luftbilder: „Ich überwache mit Jo auf dem Hügel rechterhand als Scharfschütze die Aktion, schütze dabei die Geiseln. Wir suchen von der Anhöhe aus den Aufenthalt der Entführten und leiten es an euch weiter. Meine Männer stürmen daraufhin mit euch das Lager und befreien die Gefangenen.“ Dalton schaute ihn an, paffte an der Zigarre und gab dann grinsend sein ok dazu.

Eine Lockheed KC 130 Herkules brachte sie am nächsten Morgen mit dem gesamten Equipment, bei einem Zwischenstopp auf der Air Base Rammstein, nach Afghanistan. Im Bauch der Transport­maschine blieben sie während des Fluges unter sich, getrennt von den CIA-Leuten. Nur ab und zu versuchte Dalton ein Gespräch mit ihnen zu führen, was ziemlich wortkarg verlief. Nur Cash schien einige bei denen zu kennen. Er unterhielt sich längere Zeit mit den Typen. Auf meine Frage meinte er, er sei mit zwei der Männer mehrmals ‚um die Häuser gezogen‘.

Die Maschine landete auf dem Flughafen in Taloqan, der auf 816 Meter lag und mit dem Geld der Deutschen neu aufgebaut worden war. Er stand in der Nähe des ehemaligen Hauptquartiers der Bundeswehr Faizabad. Das Afghanischen Militär (ANFS) und der ISAF, die Internationalen Sicherheitstruppe bewachten den Flugplatz. Ein Offizier des afghanischen Geheimdienstes NDS empfing sie. Er stellte sich als Deniz Yenisidiz vor, der sie freundlich auch im Namen vom Gouverneur Abdul Jabar Toqwa begrüßte, der ihnen zur Geiselbefreiung viel Glück wünschte. Der Mann, mit dem ölig nach hinten gekämmten Haaren, seinem schmalen Oberlippenbart war Max äußerst unsympathisch. Er ließ es sich aber nicht anmerken und lächelte ihn Händeschütteln an.

Drei Marder Schützenpanzer aus den Beständen der Bundeswehr, die von den Afghanen übernommen worden waren, brachten den ganzen Tross anschließend nach Faizabad, dass jetzt vom Afghanischen Militär benutzt wurde. Den Rest des Tages verbrachten sie dort, ein halbes Dutzend afghanischer Soldaten verstärkten die CIA-Mannen. Max kam sich mit seine Leuten wie ein ungeliebter Helfer vor. Die Gespräche mit Dalton und Deniz Yenisidiz waren kurz angebunden. Max hatte das Gefühl einer konspirativen Geheimniskrämerei unter den beiden, wenn sie beieinanderstanden und redeten. Jo zuckt mit der Schulter, als er ihn darauf ansprach. „Lass sie doch! Wir ziehen das Ding durch und verschwinden im Anschluss daran nach Hause!“

 Frisch verpflegt und ausgeruht wurden sie frühmorgens vollausgerüstet in Tarn-Kampfanzügen auf zwei Hubschrauber verteilt. Die russischen Mi-17 des afghanischen Militärs setzte sie in der Nähe des Camps der Geiselnehmer ab. Die restlichen zwölf Kilometer marschierten sie über dünnbewachsene Grasflächen und steinigen Pfaden. Den Weg, den sie nahmen, sah aus wie ein ausgedörrtes Flussbett. Eine flache Mulde, flankiert von Steinen, ein karger Boden, an dem Büsche und Vegetation sich klammern. Zum Glück war es nicht zu heiß, das Thermometer zeigte 27 Grad an. Gegen Mittag erreichten sie verstaubt und schwitzend die Weggabelung, die zum Camp führte. Hier trennten sich Max und Jo von der restlichen Truppe.

Max nahm den Troop auf die Seite. „Passt auf euch auf. Ich habe Major Kerr versprochen, euch alle in einem Stück nach Hause zu bringen!“ Sie stießen die Fäuste zusammen und riefen: „Sterben wir an einem anderen Tag! Hurra!“ Irgendwie amüsierte das die Soldaten mit den CIA-Männern. Jo wartete mit ihm, bis der Rest der Truppe um die Kehre verschwand, um zum Lager der Milizen zu schleichen. Danach begannen sie mit dem Aufstieg. Im Zickzack kletterten sie den steinigen Hügel hinauf. Mehrmals nahmen die Freunde zwischen Felsbrocken Deckung, um die Umgebung mit den Feldstechern zu überprüfen.

Auf etwa der Hälfte der Anhöhe blieb Jo während der Kletterei schnaufend stehen, klopfte Max auf die Schulter. Er drehte sich zu ihm herum. Jo meinte, er habe die Geräusche eines Hubschrauber gehört. Geduckt hinter einem Steinhaufen lauschten sie angestrengt. Aber das Brummen wiederholte sich nicht. Max nickte dem Freund beruhigend zu und sie marschierten weiter. Nach einer Stunde erreichten sie schnaufend die Kuppe und suchten die beste Stelle für die Operation aus. Verdeckt von einigen Dattelpalmen und Dornengestrüpp legten sie sich auf den steinigen Boden.

Von der ausgesuchten Position sahen sie den Panj River zwischen Erhebungen verschwinden, der die Grenze zu Tadschikistan bildete. Die Entfernung zu dem Camp der Geiselnehmer betrug 1050 Meter, nach der Entfernungsangabe von Jo. Mit den Ferngläsern durchsuchten sie das Lager. Kurz darauf erspähte Jo die Geiseln im linken Zelt. Durch den Feldstecher sah Max zwei Männer die Gefangenen bewachen, drei andere patrouillieren vor dem Biwak herum. Die restlichen Krieger vermuteten sie im zweiten Zelt, da sie draußen nicht zu sehen waren.

Max richtete das Scharfschützengewehr M40A5 aus, dabei überprüfte Jo ständig die Windverhältnisse. Nach fünfundzwanzig Minuten kam das Signal von Dalton im Walkie Talkie, dass der Trupp die Angriffsposition erreicht habe. Daraufhin gab Jo über Funk die Position der Geiseln und ihre Bereitschaft an den CIA-Mann weiter. Kurz darauf hörten sie im Sprechfunk den Angriffsbefehl. Konzentriert schaute Max durchs Police Marksman II LP Zielfernrohr und nahm einen der Bewacher ins Visier.

„Was ist da los?“, murmelte Jo plötzlich und richtete das Fernglas auf das Zelt der Gefangenen. Max sah, wie der Wächter abrupt mit angeschlagener Maschinenpistole sich zu den Geiseln umdrehte. Er handelte instinktiv und drückte ab. Das 165-Grain-Geschoss mit ballistischer Spitze verlies mit einer Mündungsgeschwindigkeit von rund 800 m/s und einer Mündungsenergie von ca. 3.500 Joule den Lauf. Der Geiselnehmer besaß keine Chance zu schießen, die Kugel schleuderte ihn zu Boden.

Gleichzeitig begann im Camp eine heftige Schießerei. Der zweite Wachposten taumelte, fiel um, noch aus der Kalaschnikow in die Luft feuernd. Jetzt tauchten drei Vermummte auf, die sofort auf die restlichen Wächter feuerten und setzten diese außer Gefecht. Max erkannte an den Kampf-Anzügen seine Leute, sah dann entsetzt, wie zwei bei dem Feuergefecht getroffen zu Boden sanken. Im gleichen Moment explodierten zwei Stinger-Raketen im zweiten Zelt, es wurde buchstäblich zerfetzt, ein Überleben der Zeltbewohner unmöglich. Fassungslos starrten sie auf die Szene im Camp, als der letzte des Troops urplötzlich kaltblütig die gefesselten Geiseln erschoss.

Max besaß keine Möglichkeit, den Mord zu verhindern, konnte mit so etwas nicht rechnen, da es anscheinend einer seiner Leute war. Mit zusammengekniffenen Lippen stierte er durchs Zielfernrohr, um den Täter zu erledigen. Als er just in diesen Moment abdrücken wollte, drehte der Geiselmörder sich um und schaute in ihre Richtung.

„Es ist Cash!“, schrie Max irritiert. Daraufhin brüllte Jo wütend in das Funkgerät: „Was zum Teufel macht ihr da unten?“ Unvermittelt danach tauchten urplötzlich mehrere getarnte Soldaten in ihrem Rücken auf, die sofort das Feuer auf sie eröffneten. Max wirbelte herum, hörte das Rattern der Maschinenpistolen und spürte heftige Schläge gegen die Brust. Es breitete sich ein taubes Gefühl im Körper aus. Sekundenbruchteile hierauf durchzuckte ihn ein wahnsinniger Schmerz. Als er zusammensackte, sah Max verschwommenen, wie der Freund Blutüberströmt mit gebrochenen Augen auf dem Boden lag. Bevor er ohnmächtig wurde, hörte Max einen Hubschrauber. Das wumm-wumm der Rotoren über ihn verlor sich, als alles um ihn herum schwarz wurde.

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